#aufwerten

Die vierte Woche hat begonnen; seit drei Wochen wird Lottas Kindergarten bestreikt. Zu recht, wie ich finde!
Kurz nachdem der unbefristete Streik in den städtischen KiTas angekündigt wurde, habe ich auf Facebook eine Seite erstellt ,KiTa-Streik 2015- Kölner Eltern machen mit‘, um Infos auszutauschen, Aktionen zu planen, um sich als Eltern zu organisieren. Das Feedback war positiv, ich hab mich gefreut, dass die Bereitschaft da war, unsere ErzieherInnen in ihren Forderungen zu unterstützen.
Doch mit der Ankündigung, dass auch die dritte Woche die KiTas zu bleiben werden, platzte offensichtlich vielen der Kragen. Doch leider traf dieser Shitstorm nicht die kommunalen Arbeitgeber, die verantwortlich für diesen Streik sind, sondern die ErzieherInnen. Wie weggeblasen war die Solidarität. Plötzlich waren die ErzieherInnen die Bösen. Die, die Familien aus den Alltag reißen, Kindern ihren halt nehmen, Eltern ins rotieren bringen. Mich haben diese Kommentare und haltlosen Anschuldigen ziemlich getroffen und sehr beschäftigt.
Ich war auch erstaunt, wie wenig den meisten die frühkindliche Bildung Wert ist, beziehungsweise vielen einfach auch kein Begriff ist.
Die Kommentare prasselten nur so herein und ich hatte keine Zeit und Energie auf jeden Kommentare zu reagieren. Schnell merkte ich auch, dass es sinnlos ist. Um trotzdem allen meine Meinung zu sagen, hab ich diesen Text verfasst, den ich nun auch hier mit euch teilen möchte.

Ich bin in keiner Gewerkschaft, nicht im JAEB, ich bin keine Erzieherin.
Ich bin Studentin, Angestellte und Mutter von zwei Kindern. Von Kindern, die ein Recht auf gute Bildung haben, von Anfang an.
Zu Beginn gab es hier auf dieser Seite viel positives Feedback, viele die bereit waren die ErzieherInnen bei ihren Forderungen tatkräftig zu unterstützen.
Doch seitdem klar ist, dass auch die nächste Woche definitiv gestreikt wird, herrscht hier viel Unmut, negative Kommentare, leider auch ausfallende, die die ErzieherInnen in Bedrängnis bringen.
Ich verstehe euren Ärger, eure Wut. Dieser Streik ist hart. Auch für mich. Meine Tochter vermisst ihre Freunde, ihre Erzieherinnen, den Waldtag, turnen in der Turnhalle. Ihr fehlt der Alltag, denn Ferien sind es auch nicht.
Auch ich bin verärgert, wütend, stellenweise fassungslos.
Aber nicht auf unsere ErzieherInnen. Ich bin enttäuscht von denen, die sich nun gegen die Streikenden stellen, ihnen in den Rücken fallen. Ich bin wütend auf den Kölner OB, dass er keinen Finger krümmt, nichts tut, nichts sagt. Dass er uns Eltern und die ErzieherInnen im Regen stehen lässt. Ich bin sauer auf all diejenigen, die nicht den Wert von Bildung sehen, oder sehen wollen.
In diesem Streik wird nicht einfach nur mehr Geld verlangt. Hier geht es um Anerkennung und Aufwertung, um einen Wertewandel! Bildung geht uns alle etwas an- besonders die frühkindliche. Die KiTa ist kein Babysittertreff! Sie ist eine Bildungsstätte, mit qualifizierten MitarbeiterInnen.
Leider haben es soziale Berufe in einem Streik sehr schwer, ihnen fehlt die Lobby.
Die Lobby unserer ErzieherInnen sind unsere Kinder, sie sind schwach, aber sie SIND UNSERE ZUKUNFT! Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Unterstützt unsere ErzieherInnen, seht den Wert ihrer Arbeit.
Seid wütend und sauer – aber auf die Arbeitgeber und Politiker!

Foto Kopie

Auch in der vierten Streik Woche bleibe ich bei dieser Meinung und hoffe auf ein baldiges und gerechtes Ende.

//Alison ❤

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