Rollenwechsel

Vor zwei Wochen war ich das erste Mal seit Oskars Geburt länger als einen Tag ALLEINE unterwegs. Ich habe ganze VIER Tage ohne meine Liebsten in München verbracht. Trauer, Wehmut, Bammel?! Denkste! Mensch, wie habe ich mich auf diese vier Tage in München gefreut! Nach jeder anstrengenden Nacht habe ich mir morgens gesagt: ‘Bald bist du in München, dann kannst du Energie tanken, durchschlafen, für dich sein!‘.
Doch ich war nicht nur zum Vergnügen in München (an alle Süddeutschen: Es tut mir Leid, doch da hätte ich mir sicher eine andere Stadt ausgesucht.), hauptsächlich war ich dort um zu Arbeiten.
Und was eigentlich arbeitet die gute Frau? Ich werde es dir verraten: Ich arbeite als Sales-Assistent in einer Agentur für Kindermode. Das bedeutet, dass ich zweimal im Jahr auf Messen fahre, um die kommende Kollektionen unserer Marken zu präsentieren. Auf den Messen darf ich dann die tollen Teile von Maxomorra, Lipfish, Lily-Balou und Blade&Rose unseren Kunden zeigen.
Nur durch Zufall konnte ich meine Vorlieben (Klamotten und Skandinavien) zum Beruf machen, denn meine Chefin ist gleichzeitig auch die Besitzerin meines Kinder-Design-Lieblingsladen Jättefint in Köln. Schon lange bevor ich bei ihr in der Agentur gearbeitet habe, war ich fleißige Kundin bei ihr.
Und dann suchte sie eine Assistentin für die Agentur, die schwedisch spricht, und gerne skandinavische Kindermode mag. Bäm, wie für mich gemacht! Dann ging alles ganz schnell und eine Woche später bin ich mit Johanna nach Schweden, um unsere Marken Lipfish und Maxomorra zu besuchen. Kurze Zeit später ging es auf meine erste Messe.
Meine letzte Messe habe ich vor einem Jahr gemacht. Im Sommer war ich einfach zu Rund und Oskars errechneter Termin lag genau in der Messezeit, sodass ich eine Pause eingelegt habe.
Nun war es wieder soweit.
Ich habe mich einfach riesig gefreut nach einem halben Jahr Vollzeit-Mama, wieder einmal die arbeitende Alison zu sein. Paar Tage nur Verantwortung für mich und meine Arbeit zu haben. Keinen Gedanken an Wäsche waschen, Essen kochen oder einkaufen zu ,verschwenden‘. Das durchgängige an-die-kinder-Denken der letzten Wochen hat mich sehr angestrengt und auch ausgelaugt. Ich war unter Dauerstrom, innerlich total hibbelig, immer in der Erwartung gleich etwas tun zu müssen, auch wenn gerade mal Ruhe in der Wohnung war.
Und schon im Zug nach München bin ich etwas ruhiger geworden. Das erste Mal seit 6 Monaten habe ich unterwegs Musik gehört, nicht an Kita-Abholzeiten gedacht, nicht überlegt, ob die drei Stunden von Oskars Essensabständen gleich rum sind -ich saß einfach im Zug. Diese Gelassenheit und Ruhe konnte ich nur zulassen, weil ich wusste, dass es den Kleinen gut geht. Oskar war mit seinem Papa auf dem Weg ins Saarland, um seine Oma und Freunde zu besuchen und Lotta war wie jedes Wochenende bei ihrem Papa. Alle waren bestens versorgt!
Das Arbeiten auf der Messe war zwar anstrengend, weil man immer präsent sein muss und 9 Stunden in einer Messehalle ohne Kontakt zur Außenwelt einen etwas irre machen, ich habe es aber so genossen. Kein Kind, keine Windel, kein Fläschchen, keine Kita, kein Mama-Kram. Und jeden Abend waren wir lecker Essen. Und danach ins aufgeräumte Hotelzimmer. Ich konnte alle Beautyprodukte, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt habe, ausprobieren. Peeling, Bodylotion, Maske, Nagellack- das ganze Programm.
Und dann. DURSCHLAFEN. Himmel, ist das toll!
Und dann an Tag Vier ging es nach Hause.
Und soll ich dir was sagen: Ich habe mich so unendlich auf meine Rasselbande und den Mann gefreut. Auf unsere Chaoten-Wohnung. Auf Babygeruch, auf Lottakitzeleien, auf das eigene Bett, jemanden neben mir haben. Auf meine Familie.
Die freien Tage haben mich gepusht, ich habe sie genossen und geschätzt, aber ich würde nicht tauschen wollen!

 

Da ich ja die meiste Zeit des Tages in der Messe war und dort alles streng geheim wegen Geschäftsgeheimnis und so ist, hab ich nicht allzuviele Bilder für dich. Aber soviel kann ich sagen: das Essen war Bombe und auch im nächsten Winter wird es wieder wunderschöne Klamotten für die Kleinen geben!

//Alison ❤

 P.S. Alle Sachen die ich hier aus Jättefint poste würde ich dir auch zeigen, wenn ich da nicht arbeiten würde. Der Laden ist einfach toll und ich bin glücklich, dass ich dort arbeiten kann. Es ist  ein Traum, wenn die Leidenschaft zum Beruf wird.

Schreibe einen Kommentar